AI hält Einzug in die Politik

April 26, 2018

Wie Emmanuel Macron für Frankreich auf Künstliche Intelligenz setzt und immer mehr Regierungen nachziehen

 

Das Thema AI (Künstliche Intelligenz) begegnet uns an allen Ecken und Enden. Bei künstlichen Armen können jetzt schon Nervenimpulse in konkrete Bewegungen übersetzt werden, sodass damit ein Din A4 Blatt angehoben werden kann und auch der Mars-Rover bewegt sich eigenständig, gräbt bis zu zweieinhalb Stunden Bodenproben am Mars ab und verarbeitet diese selbstständig.

 

Nur zwei Beispiele dafür, dass das Thema AI stetig weiterentwickelt wird.

 

Im Jahr 2050, so glauben Vertreter der künstlichen Intelligenz, werden Computer 100 Billionen Operationen in der Sekunde ausführen können. Die Datenmengen, die sich technisch speichern und verarbeiten lassen, nehmen mit enormer Geschwindigkeit zu. Ein wichtiger Treiber ist dabei das „Internet der Dinge“. Weit mehr Dinge als Menschen – 200 Milliarden Geräte und andere Objekte – sollen 2020 weltweit elektronisch vernetzt sein. So ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Unternehmen in die Künstliche Intelligenz investieren. Im Jahr 2016 wurden 40 Milliarden Dollar in AI gesteckt – dreimal so viel wie noch im Jahr 2013.

 

Nun ist das Thema offiziell auch in der Politik angekommen. „Der Kampf um die beschleunigte digitale Transformation und Künstliche Intelligenz gewinnt an Zugkraft in der Industrie“, teilte der französische Präsident Macron kürzlich über den Kurznachrichtendienst Twitter mit und fügte hinzu: „Ich werde Maßnahmen für Frankreich ankündigen, um einen Platz im globalen Wettbewerb der Künstliche Intelligenz einzunehmen.“

 

In einem Interview mit Technologiezeitschrift Wired hat sich Macron klare Ziele gesetzt: Er möchte, dass Frankreich in einer der Schlüsseltechnologien dieses Jahrhunderts nicht den Anschluss verliert, sondern eine wichtige Rolle spielt und kündigt dazu auch direkt konkrete Schritte an. Es gehe um die neuen Möglichkeiten, bessere Software zu schaffen, die sich unter dem Begriff Künstliche Intelligenz sammeln. Durch schnellere Rechner, gewaltige verfügbare Daten und verbesserte Programme seien Computer mittlerweile in der Lage, immer mehr Tätigkeiten zu übernehmen, die derzeit vornehmlich Menschen ausüben.

 

Macrons Ansatz, mit schnelleren Computern dem Thema „AI“ näherkommen zu wollen, ist löblich, jedoch sollte dabei nicht verschwiegen werden, dass eine Entwicklung hin zur Künstlichen Intelligenz mehr bedarf: So müssen nicht nur neue Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch unzählige Experten gefunden werden, die sich diesem komplexen Thema annehmen wollen und können.  

 

Frankreich sei aber „ein schönes Beispiel dafür, wie eine Regierung auch sein kann“, findet  Journalist Sascha Lobo. Ganz unabhängig von der politischen Verortung. Da denke jemand anhand von gegenwärtigen Erkenntnissen über die Zukunft nach und entwickle daraus eine digitalpolitische Vision, die sich nicht nach Kabelverlegerei oder Schutz vor Veränderung anhöre. Macron erkläre seine KI-Strategie als "interdisziplinäre Kreuzung aus Mathematik, Sozialwissenschaften, Technologie und Philosophie. Das ist absolut kritisch".

 

Macrons Ankündigung fällt in eine Zeit, in der sich andere Regierungen ebenfalls stärker auf das Thema fokussieren:


In der neuen Bundesregierung hat die Digitalisierung eine höhere Priorität als noch vor Jahren. Die britische Premierministerin Theresa May möchte Britannien zu einem wichtigen Standort für Künstliche Intelligenz machen. In Washington stellt die Administration Überlegungen an, wie die Vereinigten Staaten ihre führende Position verteidigen können – zumal gegenüber China. Die Führung in Peking hat im vergangenen Sommer einen ambitionierten KI-Plan angekündigt mit dem Ziel, das Land bis zum Jahr 2030 zur führenden Nation der Welt in dieser Technologie zu machen.

 

AI ist ein Thema, das uns alle betrifft. Höchste Zeit, dass auch die Staatsoberhäupter darauf reagieren. Die Hauptherausforderung der Politik besteht darin, „regulativ“ zu handeln, sprich die Gesellschaft in Zeiten von AI mittels Aufstellung, Überwachung und Sanktionierung allgemeiner Regeln zu steuern – sei es in Form von staatlicher Regelung durch Gesetze und Verordnungen, als Selbstregulierung durch Verbände oder mittels eigens geschaffener neuer Regulierungsinstitutionen. Regulative Politik setzt „neben einem speziellen Expertenwissen auch besondere technische Voraussetzungen der Informationsgewinnung und -verarbeitung sowie vor allem die Fähigkeit der Konfliktregulierung und des Interessenausgleichs" voraus.

 

Quellen: Link

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