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Die Silver Society_

April 20, 2018

Warum 60 das neue 50 ist und wie die Industrie auf die demographische Transformation reagiert

 

[ Sie sind jung, hipp und konsumfreudig: Die 14- bis 39-Jährigen gelten für viele Branchen als die wichtigste Zielgruppe überhaupt. Doch der demografische Wandel verschiebt die relevanten Altersgruppen zusehends nach hinten und in vielen Bereichen rückt eine „neue“ Generation in den Fokus: die sogenannte Silver Society. Diese beschreibt Auswirkungen eines grundlegenden Wandels in der Altersstruktur unserer Gesellschaft. Die Welt wird alt. In Berlin, Tokyo, Moskau, in Buenos Aires, in Pjöngjang. Überall auf der Welt altert die Bevölkerung. Nicht überall gleich schnell, aber sie altert.

 

Die rasante Zunahme der älteren Bevölkerungsgruppen setzt viele bestehende Systeme unter enormen Anpassungsdruck. So wird die Weltbevölkerung in den 50 Jahren zwischen 2000 und 2050 etwa um die Hälfte zunehmen, von rund 6 auf dann erwartete 9,3 Milliarden. Im gleichen Zeitraum steigt die Zahl der über 60-Jährigen von weltweit 600 Millionen auf 2 Milliarden – ein Wachstum von 330 Prozent.

 

Warum 60 das neue 50 ist?


Ein höherer Lebensstandard und eine immer bessere medizinische Versorgung lassen die Lebenserwartung der Menschen weltweit steigen. Zählte man vor nicht allzu langer Zeit mit 50+ noch zum alten Eisen, finden sich für die Altersgruppe heute hippe Bezeichnungen wie "Master Consumer" (die 50- bis 60-Jährigen), "Maintainer" (die 60- bis 70-Jährigen) oder "Simplifier" (über 70). Willkommen in der Silver Society!

 

Alt ist man heute mit 77 Jahren, wenn es nach der Meinung der Deutschen geht. In Nordamerika liegt diese Grenze für die Mehrheit sogar bei 80 Jahren. Setzt man die durchschnittliche Lebenserwartung dieser Länder dazu in Bezug, dann sind die Menschen maximal drei bis fünf Jahre „alt“. Die Zeit davor ist also schon heute in den Köpfen der Menschen anders belegt. Mittlerweile unterteilt man das Alter in drei Phasen: „junge Alte“, „mittlere Alte“ und „Hochaltrige“.


Die Silver Society ist alles andere als „typisch alt“. Sie fühlt sich fit, engagiert sich und bleibt aktiv. Während die Gesellschaft im Schnitt immer älter wird, werden ihre kulturellen Leitbilder immer jünger. Das gefühlte Alter liegt Umfragen zufolge mittlerweile rund zehn Jahre unter dem biologischen. Mindestens.

 

„Ein jugendlicher Lebensstil hat sich zu einem Idealbild für ein attraktives Erwachsenenleben entwickelt“, schreibt beispielsweise das deutsche Zukunftsinstitut in einem Bericht.

 

Und das Beste: Sparen müssen die Silver Ager auch nicht. Sie verfügen dank guter Gehälter und Renten über ein hohes Finanzpotenzial, konsumieren gern und nutzen eine Vielzahl an Freizeitangeboten.

 

Eine Folge daraus: Ein völlig neuer Markt entsteht. Für viele Unternehmen bietet die Generation 60plus ein ungeahntes Potenzial. Viele Branchen profitieren bereits heute von den veränderten Bedürfnissen der Silver Society. Der Wandel in der Altersstruktur wird praktisch auf alle Wirtschaftszweige Auswirkungen haben.

 

Um nur einige zu nennen: 

 

Gesundheit.
Laut Zukunftsinstitut wird das Thema Gesundheit mit zunehmendem Alter unweigerlich in den Fokus rücken und sogar das neue Statussymbol der Silver Society sein, die in den kommenden Jahren die Ausgaben für Prävention und Gesundheitsprodukte insgesamt deutlich ausweiten dürfte.

 

Arbeitszeit.
Entsprechend der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung kommt es sowohl in Österreich als auch in Deutschland zu einer Abnahme des Arbeitskräfteangebots sowie einer Alterung des Erwerbspersonenpotenzials. Aufgrund der zunehmenden Probleme bei den Renten-, Sozial- und Pflegekassen steigt die Lebensarbeitszeit weiter an. Ein Großteil der älteren Menschen sucht in Zukunft keine Ruhe im Ruhestand, sondern will weiterhin beruflich aktiv sein.

 

Immobilienmarkt.
Die Verschiebung bei den Altersgruppen beflügelt – zumindest kurzfristig – den Immobilienmarkt, die Bauwirtschaft und Handwerksbetriebe. Die Nachfrage nach altersgerechten Wohneinheiten und Umbauten steigt, denn wer im hohen Alter noch zu Hause wohnt, weiß beispielsweise eine bodentiefe Dusche sehr zu schätzen. Funktionelle Möbel lassen die Kassen der Möbelhäuser klingeln, wie sich bereits heute am Beispiel „Boxspringbetten“ zeigt.

 

Reisen.
Keine Altersgruppe unternimmt so viele Urlaubsreisen wie Best Ager zwischen 50 und 70 Jahren. Trafen sich Senioren früher höchstens sonntags zur Kaffeefahrt im Grünen, haben sich die Ansprüche an den Urlaub in den vergangenen Jahren deutlich verändert.

 

Weiterbildung.
Wer sich als Best oder Silver Ager nicht gerade auf Reisen befindet, will auch zuhause seinen Alltag zunehmend mit sinnvollen Dingen füllen. So nutzt eine große Zahl Weiterbildungsangebote, um vor allem technologisch nicht abgehängt zu werden. Immer häufiger greift die Generation 50+ daher auf E-Learning-Angebote zurück, die mediale Kommunikation gehört ohnehin zum festen Bestandteil ihres Lebens. Weil das Angebot stetig zunimmt, werden moderne Kommunikationsmittel heute bis ins hohe Alter genutzt.

Deshalb ist es unumgänglich, dass sich der Industrie- und Dienstleistungssektor auf die Bedürfnisse der alternden Gesellschaft einstellt.

 

Pflege.
Neben den genannten Bereichen gehört auch die Pflegebranche dazu. Denn jeder noch so fitte Mitsiebziger wird früher oder später feststellen, dass er keine zwanzig mehr ist. Gravierende Erkrankungen wie Krebs oder Diabetes sind typische Beispiele für Leiden, die im höheren Alter auftreten und nach wie vor besonders behandelt werden müssen. Pharma-Konzerne und Pflegedienstleister haben also auch in Zukunft Hochkonjunktur.

Funfact: Diabetes – Nr. 1.

 

Eines ist klar: In einer generationsübergreifenden Gesellschaft wird ein gewisses Umdenken und eine zukunftweisende Strategie von Nöten sein, eine altersfreundliche Unternehmenskultur, die auf Wertschätzung und Respekt beruht, um unternehmensweit Diversität zu fördern und Stereotypisierung und Diskriminierung zu minimieren.

 

Egal ob jung oder alt – was zählt, ist das Mindset. ]

 

Quellen:

bf-magazin

Focus

ndu

Zukunftsinstitut

 

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