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Homo Deus: Forever Young_

March 8, 2018

[ Werden Menschen in Zukunft 150 Jahre alt? Was sollen wir mit all der Zeit anfangen? Und was bedeuten dann noch Worte wie Jugend und Alter?

 

"Bei Anbruch des dritten Jahrtausends erwacht die Menschheit, streckt ihre Glieder und reibt sich die Augen. Die Reste eines schrecklichen Albtraums schwirren ihr noch im Kopf herum. (…) Dann macht die Menschheit sich einen Kaffee und schlägt den Kalender auf. 'Mal sehen, was heute auf der Agenda steht."

 

Mit diesen Sätzen beginnt Yuval Noah Harari, Historiker an der Hebräischen Universität von Jerusalem, seine Zukunftsvision "Homo Deus", in der er die Geschichte des Homo sapiens angesichts neuer Technologien weiterdenkt. Zur Eroberung des Arbeitsmarktes durch Roboter etwa stellt er fest: „Menschen müssen etwas tun, sonst werden sie verrückt. Was werden sie den ganzen Tag machen?“ Die Antwort deutet auf Spaltung hin: Die einen schaffen es, sich anzupassen, die anderen bleiben auf der Strecke. Aus dem Homo Sapiens entwickelt sich laut Harari der Homo Deus – der Mensch, der danach strebt, ein Gott zu sein.

 

Seine Theorie: Die drei großen Plagen der Menschheit verlieren zunehmend ihren Schrecken.

Hunger, Krankheit und Krieg seien nicht länger „unvermeidliche Tragödien“ sondern Herausforderungen, die sich bewältigen lassen. Die Probleme von heute, etwa Kriege, ließen sich auf menschliches Versagen zurückzuführen und beruhten nicht auf einem göttlichen oder naturellen Imperativ. Und das hat Folgen:

 

Zunehmend wollen die Menschen mehr als nur gesund sein, sie wollen ewig leben.

 

Sie wollen mehr als nur satt sein, sondern dauerhaft glücklich.

 

Ihr Wunsch nach Frieden wird ersetzt vom Streben sich weiterzuentwickeln.

 

In diesem Dreiklang – Unsterblichkeit, Glück und Gott-Streben – vermutet Harari nicht weniger als die großen Konfliktfelder des 21. und vielleicht auch 22. Jahrhunderts. An ihnen würden sich Debatten auftun, schreibt er, die wir im Moment höchstens erahnen können.

 

Hollywood wirft einen Blick über den Tellerrand und zeigt uns in einer neuen Serie „Altered Carbon“ auf, dass die Menschheit bis zum Jahr 2200 „unsterblich“ sein könnte. Wir werden dann kranke Körperteile austauschen, Organe nachzüchten und Krankheiten per Genmanipulation ausradieren.

 

Zurück von Hollywood zur knallharten Wissenschaft: auch weniger optimistische gehen davon aus, dass unsere Lebensspanne bald auf 150 Jahre steigt. Betrachten wir doch mal die Auswirkung der langen Lebenszeit. In Kürze werden viele Jobs eliminiert, „AI“siert oder der Roboter / das neurale Netzwerk wird zum Kollegen. Als erstes trifft es die Transportbranche wie LKW- oder Taxifahrer. Sicherlich ergeben sich dadurch auch neue Jobs.

Weiterhin gesucht: Techniker, Künstler, Medienleute, sonstige kreative Berufe sowie exklusive Handwerksberufe. Fraglich ist allerdings inwiefern die „künftigen Arbeitslosen“ sich in die neuen Jobs fügen können.

 

Dem stellt Harari die letzte, die ultimative Reise gegenüber. Die "Upgrade-Möglichkeiten" scheinen grenzenlos: Biotechnik erlaubt es, künftig unser eigenes Wesen zu verändern.

 

Hirnschnittstellen schaffen oder bionische Gliedmaßen entwickeln – zum Beispiel sich an Stelle von Arm-Prothesen künftig einen echten, neuen Arm wachsen lassen? Kein Problem. Unsere Gedanken direkt als Daten hochladen, an vielen Orten gleichzeitig sein, vielleicht sogar zu fremden Planeten zu reisen. Doch „was passiert, wenn wir Geist und Körper völlig verändern können, lässt sich im Grunde nicht sagen“, räumt auch Harari ein.

 

Eines ist sicher: Bisher wollen Menschen etwas hinterlassen - Künstler sich verewigen, Unternehmer Imperien schaffen, Wissenschaftler forschen und entwickeln – das alles für ein „Nach ihrer Zeit“. Es stellt sich also die Frage: "Wie den Homo Sapiens so umbauen, dass er noch Glück und Freude empfinden kann, wenn er sich plötzlich in einer vollautomatisierten Beinahe-Unendlichkeit wiederfindet?", wo sich die Sinnsuche jetzt schon schwierig gestaltet und manchen in die Verzweiflung treibt.

 

Wenn den Möglichkeiten keine Grenzen mehr gesetzt sind, wird eines wichtiger denn je: Sich selbst zu kennen, viel intensiver als wir es heute tun. Stay creative!

 

Danke an WIRED Story Shots für die Denkanstöße zu den wichtigsten Fragen der Digitalisierung: Link ]

 

 

 

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